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Frühe Belastungen, Bindungsmuster, Beziehungsschmerz 

Schlechte Laune

Manche Probleme sind keine „aktuellen Probleme“, sondern alte Muster, die heute noch wirken:

Nähe triggert, Kritik trifft zu tief, Konflikte eskalieren schnell, Vertrauen ist anstrengend.

Viele Betroffene sagen: Ich weiß es rational – aber ich reagiere trotzdem.



Woran du merkst, dass alte Muster wirken:

  • Du gerätst in Beziehungen immer wieder in dieselbe Dynamik.

  • Du hast Angst vor Nähe oder Angst vorm Verlassenwerden.

  • Du übernimmst zu viel Verantwortung oder ziehst dich komplett zurück.

  • Du bist schnell im Alarm (körperlich/innerlich) ohne klaren Grund.

  • Du fühlst dich in Konflikten plötzlich klein, starr oder „außer dir“.

Worum es dabei oft geht:

Frühe Erfahrungen prägen das Nervensystem und Beziehungserwartungen.

Das bedeutet nicht, dass „die Vergangenheit schuld ist“ – sondern dass dein System etwas gelernt hat,

das früher sinnvoll war.

Therapie heißt: Sicherheit herstellen, Muster verstehen, neue Erfahrung ermöglichen.



Was oft nicht hilft:

  • Alles nur kognitiv erklären (ohne neue Erfahrung im Körper)

  • Beziehung um Beziehung wiederholen und hoffen, „diesmal wird’s anders“

  • Härte gegen dich selbst („Ich muss nur stärker sein“)


Wie Therapie helfen kann:

  • Therapie hilft zu stabilisieren & zu regulieren (damit Veränderung überhaupt möglich wird)

  • Anhand von "Musterarbeit" hilft Therapie Muster zu erkennen. Bei Beziehungen schauen wir auf Muster bezgl.: Bindung, Grenzen, Nähe-Distanz.

  • Therapie hilft beim emotionalen und leiblichen Reaktionen

  • Therapie hilft beim Aufbau von Selbstwirksamkeit: du reagierst selbstwirksam nicht automatisch, sondern du wählst bewusst.

Ablauf & Rahmen:

  • Ort: Nibelungengasse 11/7 Wien 1010 (Innere Stadt)

  • Erstgespräch: Klären, was los ist, was du brauchst, ob unsere Zusammenarbeit passt

  • Frequenz: meist wöchentlich oder 14-tägig (je nach Thema)

  • Mein Status: Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision (transparentes Arbeiten, fachlich begleitet)


Für wen es passt / nicht passt:

Passt gut, wenn du nicht nur „Tipps“, sondern echte Veränderung willst.

Passt nicht, wenn du eine Sofortlösung ohne Mitarbeit erwartest oder ausschließlich eine medizinische Akutversorgung brauchst (in Krisen: sofortige Akuthilfe).

Erstgespräch / 50 Min  /  € 67  / 1010 Wien

FAQ

Muss ich über Kindheit reden?

Nicht zwingend. Wir arbeiten mit dem, was heute belastet – Gedanken, Gefühle, Körperreaktionen, Beziehungen, Entscheidungen.

Wenn sich zeigt, dass frühere Erfahrungen dabei eine Rolle spielen, können wir sie dosiert einbeziehen. Aber du bestimmst Tempo und Tiefe.

Wichtig ist: Es geht nicht ums „Ausgraben“, sondern darum, dass du im Alltag mehr Sicherheit und Wahlmöglichkeiten bekommst.

Was, wenn ich mich an vieles gar nicht erinnere?

Das ist häufig. Veränderung hängt nicht daran, dass du „alles weißt“. Wir arbeiten mit dem, was heute da ist: Reaktionen, Gefühle, Körperalarme, Beziehungsmuster. Erinnerung kann auftauchen – muss aber nicht. Entscheidend ist, dass du neue Erfahrung machst und mehr Wahlfreiheit bekommst.

Heißt das, ich muss meine Eltern/Bezugspersonen „beschuldigen“?

Nein. Es geht nicht um Schuld, sondern um Verstehen: Was hast du gelernt, um damals zurechtzukommen – und was passt heute nicht mehr? Viele können sehr differenziert zugleich sehen: „Sie haben ihr Bestes gegeben“ und „es hat Spuren hinterlassen“. Diese Reife ist oft ein Therapieziel.

Woran erkenne ich „Beziehungsschmerz“ – auch ohne aktuelle Beziehung?

Beziehungsschmerz zeigt sich auch ohne Partner: in Freundschaften, im Job, in Familie – oder als innere Einsamkeit trotz Kontakte. Hinweise sind z. B. starke Verlustangst, Misstrauen, Überanpassung, Rückzug, ständige Selbstkritik oder das Gefühl, „nie wirklich gemeint“ zu sein.

Ich reagiere in Konflikten „wie ein anderer Mensch“. Ist das normal?

Ja. In Stress kippt das Nervensystem oft in alte Schutzprogramme: Angriff, Rückzug, Erstarren, „People-pleasing“. Das ist keine Charakterschwäche, sondern ein erlerntes Muster. Therapie hilft, diese Kipppunkte früher zu erkennen und wieder handlungsfähig zu werden.

Warum suche ich mir immer wieder ähnliche Partner:innen – obwohl ich es besser weiß?

Weil dein „System“ nicht nur nach „gut“ sucht, sondern nach vertraut. Vertrautheit kann sich wie Sicherheit anfühlen, selbst wenn sie schmerzhaft ist. In Therapie schauen wir, welche „Logik“ dahintersteckt und wie du neue Kriterien entwickelst – nicht moralisch, sondern praktisch.

Kann man Bindungsmuster verändern oder bleibt das ein Lebensthema?

Muster kann man verändern. Was bleibt, ist höchstens eine erhöhte Sensibilität in bestimmten Situationen. Ziel ist nicht „perfekt“, sondern: du erkennst alte Dynamiken früher, regulierst dich schneller und kannst anders handeln. Viele erleben dadurch spürbar ruhigere Beziehungen.

Wie läuft Therapie ab, wenn ich schnell überfordert bin oder dichtmache?

Dann starten wir mit Stabilisierung: Tempo runter, Sicherheit rauf. Wir bauen zuerst Fähigkeiten auf, damit du dich nicht überschwemmt fühlst (z. B. Körperwahrnehmung, Grenzen, innere Distanzierung). Tieferes Arbeiten kommt erst, wenn dein System genug Halt hat.

Was ist, wenn ich Nähe will, aber sobald es ernst wird, flüchte ich?

Das ist ein klassisches Nähe-Distanz-Muster. Es heißt nicht, dass du „bindungsunfähig“ bist. Oft schützt dich ein Teil vor Verletzung oder Vereinnahmung. Wir arbeiten daran, dass du Nähe erleben kannst, ohne dich dabei zu verlieren – Schritt für Schritt.

Bringt Therapie etwas, wenn das Problem „eigentlich“ die andere Person ist?

Selbst wenn die andere Person schwierig ist: du kannst nur an deinem Anteil arbeiten – und das ist oft der wirksamste Hebel. Therapie hilft dir, klare Grenzen zu setzen, Konflikte anders zu führen und aus dysfunktionalen Dynamiken auszusteigen. Ergebnis: weniger Ohnmacht, mehr Entscheidungsspielraum.

Was, wenn ich Angst habe, in Therapie „zu viel“ zu werden?

Diese Sorge ist sehr häufig – und schon Teil des Themas. Du musst dich nicht beweisen oder „brav“ sein. Wir klären gemeinsam, was du brauchst, wie wir mit starken Gefühlen umgehen und wie du dich sicherer ausdrücken kannst. Therapie ist genau der sichere Ort, um das zu lernen.

Kann Beziehungsschmerz auch körperlich spürbar sein?

Ja. Viele erleben Herzklopfen, Enge, Magen, Druck, Zittern, Schlafprobleme oder Erschöpfung – besonders bei Konflikten, Nähe oder Trennung. Das heißt nicht automatisch „krank“, sondern oft: dein Stresssystem ist aktiv. Wir nehmen den Körper ernst und arbeiten damit, nicht gegen ihn.

Was ist ein realistisches Ziel – woran merke ich Fortschritt?

Fortschritt zeigt sich oft daran, dass du:

  • früher merkst, wenn du kippst,

  • dich schneller beruhigen kannst,

  • weniger interpretierst, klarer kommunizierst,

  • Grenzen setzen kannst ohne Schuldspirale,

  • Beziehungen weniger „extrem“ erlebst (weniger Drama, weniger Rückzug),

  • dich innerlich sicherer fühlst – auch wenn’s außen schwierig bleibt.

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